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2.3 MRSA

Methicillin-Resistente-Staphylococcus-Aureus-(MRSA) in landwirtschaftlichen Tierhaltungen

Methicillin-Resistente-Staphylococcus-Aureus-Erreger (MRSA) verursachen beim Menschen weltweit schwer therapierbare so genannte nosokomiale Infektionen (auch als Krankenhaus-Infektionen bekannt). Die Häufigkeit der Erkrankungen durch MRSA ist unterschiedlich in den jeweiligen europäischen Ländern. So ist der Anteil von MRSA an invasiven S. aureus Infektionen beim Menschen in Deutschland bis zu 20mal höher als in den Niederlanden.

Die klinische Relevanz war bisher ausschließlich im humanmedizinischen Bereich beschrieben. Vor allem der nicht indizierte Einsatz von Antibiotika, mangelnde Krankenhaushygiene und insuffiziente Vorbeugung (Screening von Trägern) sind als Ursachen hierfür bekannt. Für den humanmedizinischen Bereich wird die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bei der Bekämpfung von MRSA bereits im Rahmen des EUREGIO MRSA-net Twente/Münsterland und zur grenzüberschreitenden Patientensicherheit und zum Infektionsschutz im EUREGIO EurSafety Health-net thematisiert.

Die erfolgreiche Bekämpfung von MRSA ist verknüpft mit der Notwendigkeit der Identifizierung der Erregerreservoire. Neben humanen Trägern ist in den vergangenen Jahren der veterinärmedizinische Bereich als neues Reservoir (z.B. Pferde, Schweine, Rinder, Hunde, Katzen) in das Blickfeld der MRSA-Epidemiologie gerückt. Insbesondere die Veröffentlichungen aus den Niederlanden zum Vorkommen von MRSA bei Schweinen und Schweinezüchtern verdeutlichen das zoonotische Potenzial von MRSA. Dadurch ergeben sich neue Fragestellungen hinsichtlich der MRSA-Epidemiologie und Entwicklung von Präventionsstrategien zur Lösung der MRSA-Problematik bei Tier und Mensch.