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GIQS Newsletter Nr. 8

Newsletter 8 vom 11. April 2013

Verlängerung für die Projektdurchführung beantragt

Um die Fülle der Projektergebnisse besser miteinander zu verzahnen und für die breite Öffentlichkeit aufzuarbeiten, hat GIQS e.V. eine kostenneutrale Verlängerung der Projektdurchführung bis 31. Oktober 2014 beantragt. Über den Antrag wird in den nächsten Wochen entschieden.

GIQS e.V. hat die Projektpartner bereits frühzeitig auf die Vorbereitung neuer Projektansätze für das bevorstehende INTERREG V Programm aufmerksam gemacht. In diesem Zusammenhang empfahl das Lenkungsgremium, bereits im Frühjahr/ Sommer 2013 eine Reihe von SafeGuard-Veranstaltungen durchzuführen, um die Projektevaluierung strukturiert und mit dem Ziel zu betreiben, konkrete Projektansätze für das Folgeprogramm zu definieren. Im Sinne  einer nachhaltigen Verwendung von EU-Mitteln wäre so eine effektive Nutzung der SafeGuard-Resultate für die Projektbeantragung in INTERREG V zu gewährleisten.

Krisenübung und Expertenworkshop bilden weitere Meilensteine im SafeGuard-Projekt

Mit einer großen Krisenübung zum Thema MKS-Ausbruch in der Grenzregion am 7. März endete nun auch das Arbeitspaket 1.5 offiziell. Geplant ist, die Ergebnisse dieser Krisenübung und die Folgen für die Wirtschaft in einem deutsch-niederländischen Workshop auf Einladung des Deutschen Raiffeisenverbands und der niederländischen Land- en Tuinbouworganisatie (LTO) zu diskutieren und darüber hinaus in einer weiteren Veranstaltung im Herbst die Ergebnisse der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ergänzend wurden noch ein Expertenworkshops zum Thema multiresistente Zoonosen abgehalten und einer, bei dem der Prototyp eines Informationstools für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Behörden im Tierseuchenfall getestet wurde – ein Ergebnis des Arbeitspakets 4.1 (Kommunikation) in Zusammenarbeit mit dem Projekt Quarisma.

a) MKS-Krisenübung (AP 1.5)

Mit insgesamt mehr als 50 Teilnehmern und Beobachtern war die strategische Table-Top-Übung in Kleve äußerst gut besetzt. Anwesend waren hochrangige Vertreter der für das jeweilige nationale Krisenmanagement verantwortlichen Veterinärbehörden, Vertreter der Landes- und Bundesbehörden, die ihr Vorgehen erläuterten und grenzüberschreitende Optionen diskutierten. Thematisch wurde der Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im deutsch-niederländischen Grenzgebiet simuliert. Im Seuchenfall müssen zahlreiche Informationen gesammelt, ausgewertet, weitergeleitet und schnell Entscheidungen getroffen werden. Verantwortungsbereiche und Kommunikationswege sind in jedem Land und in jedem Kompetenzbereich verschieden. Daher sollten Art und Weise einer kollaborativen Zusammenarbeit auf beiden Seiten der Grenze feststehen.

Die Übung war in drei Runden unterteilt, in denen die Teilnehmer mit immer neuen Fakten konfrontiert wurden. In der ersten Runde ging es hauptsächlich darum, im Seuchenfall Handel und Verkehr von Tieren möglichst schnell und effektiv zu stoppen und die Kommunikation über die getroffenen und zu treffenden Maßnahmen einzuleiten. Das Szenario in der zweiten Runde konfrontierte die Teilnehmer mit der grenzüberschreitend bislang noch nie eingeübten Situation, im Umfeld des Seuchenausbruchs Impfmaßnahmen durchzuführen. In früheren Jahren war es üblich, alle Tiere in einem definierten Radius präventiv zu keulen – gleichgültig, ob infiziert oder gesund! Im Zuge verstärkter Tierschutzbemühungen setzt man mittlerweile jedoch wieder auf Impfen. Bislang ungelöst ist zurzeit noch das - rein marktwirtschaftliche - Problem der Vermarktung für gesunde und geimpfte Tiere. In der abschließenden dritten Runde ging es noch um die Regionalisierung der Ausbruchsgeschehen und die Frage, wie und ob sich eine grenzüberschreitende Regionen kreieren ließen.

b) Expertenworkshop Zoonosen

Ergänzend zur MKS-Krisenübung fand vom 12. bis 13. März im niederländischen Groningen ein Expertenworkshop zum Thema multiresistente Zoonosen statt. Für den Fall, dass antibiotikaresistente, zoonotische Infektionserreger zu schweren Erkrankungen beim Menschen führen können in einer Grenzregion ausbrechen, sind Entscheidungsträger verschiedener Disziplinen auf beiden Seiten der Grenze gefordert. Doch welche Entscheidungsträger müssen auf welchem Weg informiert werden? Welche Strukturen bestehen bereits und welche sind im Sinne einer „One Health Strategie“ im Aufbau? An diesem Expertenworkshop nahmen auch Vertreter der lokalen Veterinär- und Gesundheitsämter und der Wirtschaft teil, die bereits Erfahrungen während des EHEC-Geschehens 2011 sammelten und darüber berichten konnten. ‚Lessons learned’ – was funktionierte beim EHEC-Ausbruch nicht und sollte deshalb künftig anders geregelt werden und wie? Ziel des Workshops war es, zum einen Kommunikations- und Entscheidungsstrukturen auf den jeweiligen Ebenen für den human- und den veterinärmedizinischen Bereich in den jeweiligen Ländern zu identifizieren und so zum anderen ein mögliches Szenario für ein späteres Seminar - am 25. und 26. April in Bonn - entwickeln zu können.

Veranstalter dieser Seminarreihe sind GIQS, das Internationale FoodNetCenter der Universität Bonn und die Universitätsklinik Groningen (UMCG).

c) Workshop IT-Support für die public-private Kommunikation im Tierseuchenfall

In einem Workshop in Sonsbeck testeten Experten am 19. März den Prototyp eines Informationstools für die Kommunikation zwischen Wirtschaft und Behörden im Tierseuchenfall. Welche Maßnahmen beispielsweise beim Ausbruch der klassischen Schweinepest zu ergreifen sind, ebenso wie die Recherche nach möglichen Eintragsquellen und Verbreitungswegen des Seuchenerregers sowie zum Schadensausmaß, ist theoretisch von der EU geregelt. Praktisch nutzen die zuständigen deutschen Veterinärämtern dafür neben der epidemiologischen Ermittlung vor Ort die behördlichen IT-Systeme zur Dokumentation der Tierbewegungen (HI-Tier) und der behördlichen Überwachung (überwiegend Balvi iP) und führen diese im behördlichen Krisenmodul TierSeuchenNachrichten (TSN) zusammen. In einem Pilotversuch mit der Rheinischen Erzeugergemeinschaft für Qualitätsferkel, dem Systementwickler JZ Investments und der Universität Bonn wurde ein Kommunikationstool entwickelt, mit dem diese Daten im Krisenfall ergänzt werden können.

Der Workshop diente einer ersten Validierung und Prüfung des IT-Prototyps auf dessen Funktionalität und nachhaltigen Verwendung in der Tierseuchenbekämpfung und der Identifizierung weiterer möglicher Einsatzfelder zur Verbesserung der Entscheidungsgrundlage von betroffenen Tierhaltern und verantwortlichen Behörden im Krisenfall.

Durch die Diskussion und die Befragung der Teilnehmer bestätigte sich, dass das organisatorisch-technische Konzept aus der Kombination der Strategischen Allianz und dem IT-Prototyp „SafeGuard-AAM“ Potential zur Verbesserung der public-private Kommunikation liefert. Die Diskussionsbeiträge mit anschließender Befragung lieferten darüber hinaus eine Reihe von Vorschlägen zur Erweiterung der IT-Funktionen und auch Zielanpassungen im Blick auf die behördliche Tierseuchenbekämpfung.

Leitfaden Milch

Der Leitfaden „Umgang mit Milch aus MKS-Restriktionszonen“, der für zuständige Behörden, Milchproduzenten und Milch verarbeitende Unternehmen erarbeitet worden ist, kann nun unter www.tierseucheninfo.niedersachsen.de/ unter „Allgemeine Informationen“ heruntergeladen werden. Bisher war dies nur auf der SafeGuard Website möglich.

Viele Aspekte des Leitfadens werden im Rahmen der Arbeitsgruppe Tierseuchenkrisenplan Milchwirtschaft diskutiert und dann bei Bedarf geändert oder erweitert. Eine erste Stellungnahme der Milchwirtschaft ist bereits eingearbeitet worden. Die Ergebnisse der Audits zum Krisenmanagement bei den Milch verarbeitenden Betrieben werden ebenfalls in die entsprechenden Kapitel eingefügt.

Der Leitfaden stellt kein starres Werk dar, sondern wird fortlaufend neuen Erkenntnissen angepasst.