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GIQS Newsletter Nr. 5

GIQS Newsletter 5

Impfen statt Keulen

Aus formalen europarechtlichen Gründen muss das deutsche Tierseuchengesetz angepasst werden. So wie das Gesetz zurzeit abgefasst ist, können Tiere auch getötet werden, wenn dies aus Gründen der Vermarktung erforderlich ist. Das möchte das Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz des Landes Nordrhein-Westfalen in diesem Zusammenhang gerne ändern. Prof. Dr. Friedhelm Jaeger, Referatsleiter im MKULNV fordert „ Es kann nicht sein, dass ein Tierseuchengesetz das Töten von gesunden Tieren rechtfertigt, allein aus Gründen der Vermarktung – und diese Maßnahme mit Steuermitteln finanziert. Für die Vermarktung ist die Wirtschaft zuständig und deren Aufgabe muss es sein, für vorsorglich geimpfte, gesunde Tiere Vermarktungswege zu finden.“
Im SafeGuard Arbeitspaket 1.7 wurde diese Thematik exemplarisch analysiert.
Lesen Sie dazu das Interview >>


Bekämpfungskonzepte von Salmonellen in Schweine- und Geflügelbeständen

Die Erzeugergemeinschaft Rheinland (EGR) übernimmt als QS-Unterbündler die Betreuung von 250 QS-Betrieben. Bereits seit 18 Monaten werden Salmonellenberichte mit 3-monatigem Rückblick versendet. Als Folge war im Zeitraum 2009-2011 eine Verbesserung der Betriebe im Salmonellenstatus zu beobachten. Der Druck auf eine Kategorieverbesserung wird weiter steigen: Bereits jetzt werden in einigen Schlachthöfen Status III-Tiere nur noch an einem Wochentag geschlachtet. QS plant, zukünftig den Cut-off Wert von bisher 40% OD auf 20% OD zu senken. Grund hierfür ist, dass bei einem OD-Wert unter 20% sich Hinweise darauf ergeben, dass bereits der Ferkelerzeugerbetrieb den Salmonellenkontakt ermöglicht hat. EGR will daher bereits jetzt den Cut-off Wert von 20% als zusätzliche Markierungslinie in den Bericht aufnehmen. Mehr hierzu>>nl/actueel/nieuws/artikel/news/salmonellamonitoring-indrukwekkend/

 

Einheitliches Monitoringsystem für Mastferkel

Im SafeGuard Arbeitspaket 2.2B wurden Vorgaben für ein einheitliches Monitoringsystem bei Mastferkeln erarbeitet. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Beprobungsschemata für ausgewählte Krankheitserreger mit unterschiedlichen Testverfahren durchgeführt und die Resultate verglichen. Für das Salmonellenmonitoring entschied man sich aus Kostengrunden für ELISA. Der Cut-off liegt hier bei zehn Prozent OD. Zurzeit werden abschließende Fragen zur Durchführung von Labor-Ringtests erörtert. Die Ergebnisse werden in einer Broschüre mit dem Titel „Verfahrensanweisung Labor-Ringtest“ für Landwirte und Labore zusammengefasst, die in Kürze fertiggestellt sein soll. 

 

Informations- und Kommunikationssysteme zur Aufschaltung im Krisenfall

In Zusammenarbeit mit der Firma JZ Investments wird derzeit eine Demoversion für die Umsetzung des Aufschaltungs-Austausch-Modells erstellt. Idee des Aufschaltungs-Austausch-Modells ist es, durch IT-Unterstützung eine schnellere und gezieltere Kommunikation im Krisenfall anbieten zu können. Diese basiert auf 2 Ebenen: Ebene 1 beinhaltet die Kommunikation in Friedenszeiten entlang der Wertschöpfungskette.

Ebene 2 beinhaltet eine temporäre Freischaltung von Informationen und Zusatzfunktionen für Behörden und Privatwirtschaft, um schnell krisenrelevante Dokumente verteilen zu können und schnell Informationen zu sammeln, die eine gute Entscheidungsgrundlage in der weiteren Krisenbekämpfung. Die Demoversion ist derzeit an das Informationsmanagementsystem von Chainfood angebunden.

 

MRSA in landwirtschaftlichen Tierhaltungen

Neben dem in Krankenhäusern auftretenden HA-MRSA-Typus unterscheidet man heute die sog.  CA-MRSA und LA-MRSA, die in landwirtschaftlichen Tierhaltungen auftritt, insbesondere in der Geflügelzucht und der Schweine- und Kälbermast. Die LA-MRSA wurde lange Zeit als wenig gefährlich für den Menschen eingestuft. Diese Einschätzung gilt mittlerweile nicht mehr uneingeschränkt. Im Rahmen von SafeGuard wurde zuletzt die Fragestellung untersucht, wie stark in der Tierzucht tätige Personen mit MRSA besiedelt sind und wie lange die Besiedlung anhält. Es zeigte sich, dass 77 % der mit Tierhaltung beschäftigten Landwirte zumindest intermittierend mit MRSA besiedelt waren. Halten sich Personen nur kurzzeitig (bis zu drei Stunden) in Ställen auf, waren sie anschließend zu 17 % mit MRSA besiedelt. Die Besiedlung erwies sich jedoch als nicht sehr langlebig; bereits 24 Stunden später waren 94 % von ihnen nicht mehr besiedelt. Anders hingegen bei  Personen, die berufsbedingt ständig in Kontakt zu Schweinehaltungen stehen und mit MRSA besiedelt waren. Bei Ihnen zeigte sich, dass trotz einer längeren urlaubsbedingten Abwesenheit nur zwölf Prozent auch drei Tage nach Urlaubsende noch keimfrei waren.

Fest steht, dass die Antibiotikabehandlung in Abferkelbuchten erheblich das MRSA-Vorkommen beeinflusst. Ständig neue Ergebnisse zur MRSA-Forschung hält für Sie die MRSA-Projekthomepage bereit>>

 

IRIS-Workshop in Berlin

Rund 75 Experten aus Behörden, Wirtschaft und Forschung trafen sich am 26. und 27. März in Berlin, um auf der Fachtagung IRIS (Instrumente für das Risikomanagement von privaten und staatlichen Organisationen im Agrar- und Ernährungssektor) aktuelle Fragen der Risiko- und Krisenkommunikation im gesundheitlichen Verbraucher- und Bevölkerungsschutz zu diskutieren und Optimierungspotentiale auszuloten. Ein Fazit der Tagung: Krisen kann man nur beherrschen, wenn alle die gleichen Instrumente benutzen und sich die Strukturen der Zusammenarbeit weiter festigen. Mehr dazu>>

 

Startschuss für die German Food Clusters

Unter dem gemeinsamen Dach „German Food Clusters“ bündeln die vier Agrar- und Ernährungsnetzwerke foodRegio, GIQS e.V.,  NieKE-Niedersächsisches Kompetenzzentrum Ernährungswirtschaft und Food-Processing Initiative e. V. künftig ihre Kompetenzen. Sie wollen so national und vor allem international ihre Sichtbarkeit erhöhen. Download Infobroschüre>>

 

Uni Bonn bei Quarks & Co.

Die Wissenschaftssendung Quarks Co. beschäftigte sich am 10.4.2012 mit dem Thema: Ein Schweineleben. In der Sendung kamen auch Wissenschaftler und Forschungsarbeiten der Universität Bonn zur Sprache. Die komplette Sendung kann online über die WDR-Mediathek angesehen werden.

 

Termine

- Die nächste Bonner Runde zum Thema Ferkelkastration ist für den 26. Juni vorgesehen.

- Die Abschlussveranstaltung zum Projekt FIN-Q.NRW wird am 11. September ab 10:00 Uhr in der Bonner Universität stattfinden. Das Programm kann in Kürze online eingesehen werden.