Nederlands Deutsch Intranet Login

Interview

„SafeGuard nimmt eine Sonderstellung ein“

Am 12. Oktober 2011 fand auf dem westfälischen Gut Havichhorst in der Nähe von Münster die erste große öffentliche Konferenz zur Vorstellung der bisher im Projekt SafeGuard erarbeiteten Ergebnisse statt. Mit 19 Vorträgen aus den Bereichen Tierseuchen, Zoonosen, Lebensmittelsicherheit sowie übergreifenden Themen war das Spektrum sehr breit angelegt. Dr. Helmut Saatkamp von der Universität Wageningen (NL), der schon in mehreren INTERREG-Projekten mitgearbeitet hat, kann sicher als einer der profundesten Kenner des Projekts gelten. Im Gespräch äußerte er seine Einschätzung zur Konferenz und zum Projekt.

 

Wie würden Sie zur Halbzeit den Fortschritt des Projekts bewerten?

Saatkamp: Natürlich sind die Fortschritte in den einzelnen Arbeitpaketen sehr unterschiedlich. Das liegt auch daran, dass einige Arbeitspakete fast abgeschlossen sind, für andere gerade Halbzeit ist. Meine Erfahrung aus früheren Projekten hat gezeigt, dass man nie alles bis ins kleinste Detail planen kann. Und wenn man bedenkt, wie umfangreich dieses SafeGuard-Projekt ist, würde ich meinen, dass es eigentlich gut vorangeht.

 

Gerade wenn in einem Projekt unterschiedliche Themenbereiche bearbeitet werden steht dahinter doch sicher auch die Erwartung, dass es zu Synergieeffekten kommt. Wie ist da Ihre Einschätzung?

Saatkamp: Ein Austausch von Wissen und eine gegenseitige Bereicherung findet zurzeit nach meiner Wahrnehmung hauptsächlich innerhalb der jeweiligen Bereiche Tierseuchen, Zoonosen und Lebensmittelsicherheit statt. Es hat sich schon gezeigt, dass Ergebnisse für andere Arbeitsgruppen sehr nützlich sein können und deren Arbeiten gebraucht werden. Gerade im Bereich Tierseuchen, den ich betreue, lege ich auch besonderen Wert auf den Austausch von Wissen. Zu Synergien im klassischen Sinne, also dass sich Forschungsergebnisse andeuten, die mehr sind als die Summe ihrer Einzelteile - das sehe ich zurzeit noch nicht. Am ehesten dürfte es wohl zu Synergieeffekten kommen bei der geplanten grenzüberschreitenden Krisenübung, mit der das Ineinandergreifen unterschiedlichster Abläufe im Fall eines Tierseuchenausbruchs simuliert und erprobt wird. Dort fließen dann die Arbeitsergebnisse aus mehreren Gruppen ein. Davon verspreche ich mir schon einiges.

 

Was ist mit den sogenannten Querschnittsthemen? Gibt es da einen besonders intensiven Austausch über die Grenzen der Arbeitspakete hinweg?

Saatkamp: Das sehe ich ehrlich gesagt nicht. Eigentlich trifft eher das Gegenteil zu. Aber das liegt vielleicht auch an den behandelten Fragestellungen, die letztlich doch sehr losgelöst vom restlichen Projekt bearbeitet werden. Das hat sich irgendwann so ergeben. Was das Projekt SafeGuard besonders auszeichnet, ist meiner Meinung nach die Tatsache, dass durch die Infrastruktur des Projekts sehr schnell Expertise aus anderen multisiziplinären Arbeitspaketen hinzugezogen werden kann. Das ist schon besonders und da nimmt SafeGuard eine Sonderstellung ein.

 

Wurden selbst für Sie überraschende Ergebnisse auf der Konferenz vorgestellt?

Saatkamp: Überrascht hat mich u.a. die Komplexität der MRSA-Forschung. Auch die Tatsache, dass die viehhaltenden Betriebe für die Verbreitung der multiresistenten Keime anscheinend eine viel geringere Rolle spielen als man ursprünglich gedacht hat. Aber Forschung liefert eigentlich immer unerwartete und spannende Ergebnisse.

 

Die Präsentationen der Konferenz finden Sie hier>>

« Zurück zur Übersicht