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AP 3.3

PFC-Verbindungen erweisen sich als träge

(Bonn, 30.3.2010) Beim Ministerium für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW (MUNLV) fand am 29. März ein Kolloquium zur Risikobewertung von PFC in Lebensmitteln und Futtermitteln statt.

Perfluorierte und polyfluorierte Chemikalien (PFC) sind in die öffentliche Diskussion geraten seit klar wurde, dass diese Verbindungen vom menschlichen Organismus über die Nahrungskette oder über belastetes Trinkwasser aufgenommen werden können und sich dort anreichern. Sie werden u .a. für Fruchtbarkeitsstörungen beim Menschen verantwortlich gemacht, besitzen unterschiedlich toxische Wirkungen auf die Leber und das Immunsystem und stehen im Verdacht, krebsauslösende Wirkung zu haben. Die bekanntesten PFC sind die Perfluoroktansäure (PFOA) und die Perfluoroktansulfonsäure (PFOS), die fluorchemische Unternehmen schon seit über 50 Jahren herstellen.

In die Nahrungskette gelangten diese Stoffe in der Vergangenheit beispielsweise durch unsachgemäße Verwertung bzw. Weiterverarbeitung von PFC-belasteten Substraten zu Bodenverbesserern und Ausbringung auf landwirtschaftliche Nutzflächen.

Die NRW-Landesregierung fördert im Rahmen spezieller Programme die Verringerung der Einleitung und die Erforschung des Verhaltens von derartigen schädlichen Spurenstoffen in der Umwelt. 

Im Rahmen des Projekts Safeguard können z.B. Fragestellungen zur Risikobewertung vertieft werden. So beschäftigen sich die Safeguard-Teilnehmer des Arbeitspakets 3.3. insbesondere mit den Transferraten von PFC-Verbindungen. Dabei untersucht das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gemeinsam mit dem Chemischen Untersuchungsamt in Münster den Transfer der Stoffe vom Futtermittel zum Tier. Die Universitäten Bonn (Institut für Bodenkunde) und Wageningen (ALTERRA) befassen sich dagegen mit der Frage des Transfers der Stoffe vom Boden in die Pflanze bzw. in das Grundwasser.

Erste Ergebnisse des Safeguard-Arbeitspakets wurden auf dem Kolloquium in Düsseldorf vorgestellt. Sie belegen, dass die Stoffe entgegen ersten Annahmen relativ „träge“ zu sein scheinen und nur jeweils zu einem geringen Anteil in der Nahrungskette weitergegeben werden. So wird die Transferrate für PFOA nur zu einem sehr geringen Teil durch Lebensmittel weitergegeben! Für PFOS gilt, dass selbst in einem „worst case“-Szenario der tolerierte Grenzwert (tolerierbare täglich Aufnahmemenge - TDI) für diese Verbindungen nur zu einem Viertel erreicht wird.

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