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Veranstaltung

GIQS-Konferenzwoche übertraf alle Erwartungen

Vom 11. – 14. Oktober fand im westfälischen Gut Havichhorst in der Nähe von Münster eine internationale Konferenzwoche anlässlich des 10-jährigen Bestehens von GIQS statt. Im Mittelpunkt stand die SafeGuard-Konferenz am 12. Oktober, zu der fast 90 Teilnehmer, hauptsächlich aus Deutschland und den Niederlanden, angereist waren. Präsentiert wurden  „Halbzeitergebnisse“ des fünfjährigen INTERREG IVA-Projekts aus den Bereichen Tierseuchen, Zoonosen und Lebensmittelsicherheit.

Im Bereich Tierseuchen standen vor allem Konzepte zur Harmonisierung grenzüberschreitender Maßnahmen für den Fall eines Seuchenausbruchs im Mittelpunkt der Diskussion. Die Beiträge reichten vom Umgang mit Milch in MKS-Restriktionsgebieten über Biosecurity-Konzepte bei Pferden und in der Geflügelzucht bis hin zur Erläuterung notwendiger allgemeiner öffentlicher und privater Krisen-Managementsysteme. Während sich Geralda Hop von der Universität Wageningen den Voraussetzungen für eine funktionierende deutsch-niederländische Zusammenarbeit im Seuchenfall widmete, referierte Dr. Oliver Breuer von GIQS den gegenwärtigen Stand einer für 2013 geplanten praktischen grenzüberschreitenden Seuchenübung, in die auf deutscher und niederländischer Seite alle beteiligten Akteure eingebunden sein sollen. „Grenzüberschreitende Übungskonzepte“, so Breuer, „erhöhen die Wirksamkeit nationaler Krisenmanagementmaßnahmen im gemeinsamen Grenzgebiet“.

Zoonosen, also Erkrankungen, die vom Menschen auf Tiere und umgekehrt übertragen werden können, erlangen immer stärkere Bedeutung. Mit besonderem Interesse wurden auf der Konferenz die Ausführungen zur unterschiedlichen regionalen Verbreitung der verschiedenen Typen der multiresistenten MRSA-Erreger verfolgt. Prof. Dr. Alexander Friedrich vom Universitätsklinikum Groningen, der sich im Rahmen von SafeGuard hauptsächlich mit dem zoonotischen Potential der Tier-assoziierten MRSA-Stämme beschäftigt hat, folgerte aus seinen Untersuchungen: “Wir brauchen dringend ein neues Gesundheitskonzept, das Landwirtschaft, Veterinäre und Mediziner einbezieht.“ Des Weiteren wurden Werkzeuge vorgestellt, die im Rahmen des Projekts SafeGuard entwickelt wurden und die zu einem noch besseren Salmonellen-Monitoring führen. Dr. Katja Brase von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wies darauf hin, dass zwar sowohl auf deutscher wie auf niederländischer Seite Schweine gegen eine Reihe von Krankheiten geimpft würden, es jedoch bislang an einheitlichen Test- und Monitoring-Standards mangele.

Auch der Themenblock Lebensmittelsicherheit war breit angelegt: So hatte beispielsweise eine Arbeitsgruppe sich mit der Frage beschäftigt, in welchem Maße sich über das Futter aufgenommene diverse PFC-Verbindungen im Nutztier anreichern. Aber auch „normale“ Umweltverschmutzungen können zu gesundheitlichen Risiken werden. Eines davon findet sich im Wattenmeer und wurde von Dr. Edda Bartelt vom http://www.laves.niedersachsen.de/Niedersächsischen Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit untersucht: Seit einigen Jahren breitet sich im Wattenmeer die Pazifische Auster aus und verdrängt zunehmend die einheimischen Muschelbänke. Einerseits eine wirtschaftliche Bedrohung für die Muschelzüchter, andererseits aber auch ein gesundheitliches Risiko für die Wattwanderer, die diese vermeintliche Delikatesse zu sich nehmen. 

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