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BeNeLux-Länder üben den Ernstfall

Gemeinsame Bekämpfung der Maul- und Klauenseuche deckt neue Kooperationsmöglichkeiten auf

Vor dem Hintergrund traditionell guter Beziehungen traten die amtlichen Veterinäre der BeNeLux-Staaten am 25. März 2010 zu einer gemeinsamen Tierseuchenübung in Den Haag an. Am Ende einer erfolgreichen Veranstaltung sahen die beteiligten Experten vor allem in der direkten Arbeit in grenzüberschreitenden Restriktionsgebieten, aber auch in der Kommunikation mit der Öffentlichkeit weiteres Potential für eine gezieltere Vorbereitung auf den Krisenfall. Übungen dieser Art, so der allgemeine Tenor, seien ein unverzichtbares Instrument der modernen Tierseuchenbeherrschung.

In Rahmen der grenzüberschreitenden Table-top-Übung simulierten die Verantwortlichen der drei beteiligten Veterinärbehörden Maßnahmen gegen den Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) im gemeinsamen Grenzgebiet. Als Vorbereitung auf diese Krisenübung waren unter der Leitung von Crisisplan b.v. und des niederländischen Landwirtschaftsministeriums in mehreren Sitzungen verschiedene Eskalationsstufen eines Krisenszenarios zur Maul- und Klauenseuche entwickelt worden, in dem sich der Erreger ausgehend von einem deutschen Betrieb über alle drei teilnehmenden Länder erstrecken sollte. Die Teilnehmer wurden nun schrittweise mit Informationen über den Ausbruch konfrontiert, um dann in einem engen Zeitfenster ihre Maßnahmen zu beraten und zu verkünden. 

Insgesamt übten sich in den Räumen der Voedsel- en Warenautoriteit (VWA) mehr als 40 Fachleute in der Abstimmung von Maßnahmen im Krisenfall. Viel Zeit nahmen sich die Experten für die Auswertung des Übungsverlaufs. Dabei wurden konkrete Verbesserungsvorschläge formuliert, die nun in die nationalen Maßnahmenpläne einfließen werden. Zu den wesentlichen Erkenntnissen der Übung zählt zum einen die Abstimmung sämtlicher Maßnahmen in Restriktionsgebieten, die in die Zuständigkeit zweier Staaten entfallen. Hier sah man sich trotz der gemeinsamen europäischen Gesetzgebung doch vor Handlungsbedarf gestellt, da die Bewertung einer Gefahrenlage durch die jeweils nationale Wahrnehmung der Situation recht unterschiedlich ausfallen kann. Zum anderen zeigte sich – beeinflusst durch die aktuellen niederländischen Erfahrungen bei der Bekämpfung des Q-Fevers – ein erhöhter Bedarf bei der Information der Öffentlichkeit über Sinn und Zweck von Maßnahmen. Hier wolle man sich im Krisenfall ebenfalls besser informieren und abstimmen.       

Als Beobachter eingeladen waren Vertreter des Ministeriums für Umwelt und Natur, Landwirtschaft und Verbraucherschutz des Landes NRW (MUNLV) und von GIQS. Im Rahmen des Projekts wird derzeit unter der Leitung von GIQS eine deutsch-niederländische Tierseuchenübung vorbereitet. Dabei soll auf die Erfahrungen der BeNeLux-Übungen zurückgegriffen werden.

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